| Navigation: Geschichte - back | ||||
Zeitungsbericht vom 7.Oktober 1995:Junge "Wölfe" aus der Au in der Rollhockey-Züriseeliga "Au Wolves"-Pioniergeist auf dem Schulhausplatz ![]() Au-Wädenswil Ein gemeinsames Hobby verbindet zehn 13- bis 17jährige Jugendliche aus der Au: Streethockey. Bisher jagten sie nur plauschhalber auf Inline-Skates dem Hartgummiball nach. Der Plausch ist zwar geblieben, aber das Ziel ist ein anderes. Die "Au Wolves" spielen jetzt in der Züriseeliga um Titel, Ehre und Pokal. Streethockey ist in Wädenswil und in der Au seit vielen Jahren populär. Schüler aller Altersstufen treffen sich an Mittwoch- und Samstagnachmittagen regelmässig zum Hockeyspielen auf Pausen- und Sportplätzen. Mit Tennisball und Eishockeyschlägern, auf Rollschuhen und vermehrt auf Inline-Skates eifern sie Eisstars wie Bykov, Chomutov oder Tosio nach. Im Unterschied zu ihren Vorbildern spielen die jugendlichen niemals auf Eis. Auch im Winter ziehen sie den körnigen Asphalt dem raren glatten Eis vor. Partie um Partie versuchen sie den improvisierten Puck im selbstgebastelten Goal oder zwischen die beiden aufgestellten Holzpfosten zu bringen. "S Appital spielt gegä s Gerbi"In den vergangenen Jahren haben sich in den Quartieren Glärnisch, Gerberacher, Unterort, Appital oder Büelen aus dem anfänglichen Mittwochtreff richtige Mannschaften entwickelt. Eine vereinsähnliche Organisation scheint den Hockeyaner aber überflüssig. Zu ihren "Trainings" verabredeten sie sich in der Schule oder am Telefon. Über Mund-zu-Mund-Propaganda werden auch Testspiele gegen andere Quartierteams organisiert. Im Heim- oder Gastquartier messen sich die Mannschaften und vergleichen ihr Können. Obwohl dabei "nur" die Ehre der Mannschaft und des Quartiers auf dem Spiel steht, sind alle Mitspieler motiviert. Jugendlich unkompliziert, ohne Coach oder Trainer, versammeln sie sich zur verabredeten Zeit im "Stadion" der Heimmannschaft. In derRollhockeyl-Prestigerangliste zuoberst zu stehen ist Grund genug, die Abmachungen auf keinen Fall zu verschlafen. Vom Tellerwäscher zum..."Ich kam zufällig am Schulhaus Ort vorbei. Einige spielten dort Rollhockey und forderten mich auf ins Tor zu stehen." Päde Jäger, 13jähriger Schüler aus der Au und begeisterter Jungwächtler, erzählt, wie er zum ersten Streethockey gestossen ist. Mit einfacher Ausrüstung übten seine Mitspieler und er in der Garageneinfahrt und später auf dem Sportplatz des Schulhauses Ort das Torschiessen. "Unterort" hiess ihr Team, und Mannschaften aus dem Appital und dem Seeguet waren ihre ersten Gegner. Nachdem sich die Unterörtler in Wädenswil und der Au etabliert hatten, suchten sie in Begegnungen mit auswärtigen Mannschaften aus Hütten und Kilchberg die neue Herausvorderung. Hier nahm die Entwicklung des Au-Teams die entscheidende Wende. Durch einen Tip der Mannschaft aus Kilchberg erfuhren die Au-Boys von der Möglichkeit bei der erst kürzlich geborenen Züriseeliga mitzurollen. Nach kurzen Verhandlungen mit der "Chefetage" der Liga war der Deal perfekt. Die Streethockeymannschaft aus der Au wurde vergangenen April in die Züriseeliga aufgenommen und begann noch im gleichen Monat mit den Vorbereitungen für den Saisonstart im September. Rollhockeyliga im MiniformatManager der Liga ist der erst 17jährige Marc Welti aus Adliswil. Seine 1994 gegründete Meisterschaft kürt Ende Mai ihren ersten Meister, die "Rüschlikon Pyranjas", und steht seit einigen Wochen bereits in der zweiten Saison. Das Ligareglement sieht vor, an drei Wochenenden im Monat Punktespiele auszutragen. Letztes Jahr acht und neu zehn Mannschaften bestreiten von September bis März achtzehn Hin- und Rückspiele. Im Frühling wird die Rückrunde abgeschlossen. Die vier bestplatzierten Teams bestreiten danach "Best of three"-Playoffs und ermitteln den Ligameister. Ausgetragen werden die Begegnungen je nach Abmachungen auf einem Schulhaus- oder Sportplatz in der Wohngemeinde des Gastgeberteams. Die Spiele von jeweils dreimal zwanzig Minuten Länge fordern von den drei Feldspielern und dem Torwart neben guter Stock- und Lauftechink auch eine gesunde Kondition. Daher wechseln die Mannschaften der Rollhockeyliga im Match laufend Spieler aus und ein. Manche Teams wechseln ihre Akteure ähnlich den Eishockeyteams blockweise aus. Eine Spezialität der Liga hingegen ist das Fehlen des "Zebras", des Schiedsrichters. Im Gegensatz zum Eishockey stellen die Mannschaften den "Schiri" aus ihren eigenen Reihen. Der eingespannte Mitspieler, Vater oder Fan, muss zwar nicht ausgebildet, aber mindestens achtzehn Jahre alt sein. Die Züriseeliga stösst bei Spielern, Zuschauern und ebenfalls bei Sponsoren auf reges Interesse. In etablierten Streethockeygemeinden sind bei den Spielen der Heimmannschaft gegen 50 Zuschauer zu beobachten. Durch das positive Echo zeichnet sich eine neuerliche Erweiterung der Liga ab. Andere Teams möchten es den "Unterörtler" gleichtun und bemühen sich ebenfalls um eine Aufnahme. Um zu grosse Leistungsunterschiede zwischen den Mannschaften zu vermeiden, zieht Marc Welti in Erwägung, die Liga in zwei Stärkeklassen zu teilen. "Au Wolves" - Neuer Name neuer Stil"Wir gehören ins Mittelfeld der Liga", beurteilt Kassier Manuel Faeh das Potetnial des Aufsteigerteams aus der Au. Obwohl sie mit dem Altersdurchschnitt von fünfzehn Jahren die Konkurenz deutlich unterbieten, konnte die einzige Wädenswil-Au-Vertretung in der Liga im ersten Match dank den technischen Fähigkeiten gegen Langnau "Anvil" (Amboss) mit 11:2 gewinnen und im ersten Spiel den ersten Sieg verbuchen. Dem erfolgreichen Saisonauftakt gingen intensive Vorbereitungen voraus. Bald nach der Aufnahme in die Züriseeliga änderte das Team "Unterort" seinen Mannschaftsnamen und heisst jetzt, der Zeit angepasst, "Au Wolves". Doch nicht nur den Mannschaftsnamen, sondern auch die Ausrüstung wollen die Aufsteiger aus der Au auf den erforderlichen Ligastandart bringen. Um ihre Pläne zu verwirklichen, starten sie in den Frühlingsfreien eine Sponsor- und Gönneraktion. Hier legten die Unterörtler den Grundstein zu einer neuen Streethockey-Ära in der Au. ![]() Aktive Jugend unterstützen "Firmen, Läden und unsere Nachbarn und Freunde haben wir abgeklappert", beschreibt Markus Meier, einer der aktivsten Sponsorenjäger, diese Aktion. "Viele Firmen unterstützen uns mit Rabatten oder einem finanziellen Beitrag." Thomas Nater, der erfahrenste Golie der Mannschaft, fügt hinzu, dass ihre Spendenaktion auch bei den Nachbarn auf offene Ohren gestossen sei: "Diese Jungen sind aktiv. Solches Engagement unterstütze ich gerne", hiess es vielerorts. Vierzig mehr oder weniger finanzkräftige Sponsoren sicherten dem Team ihre Unterstützung zu. Mit dem ansehnlich gewachsenen "Batzen" sollten zuerst neue Match-Tenüs angeschafft werden. Die Auswahl des Modells jedoch war sehr zeit- und diskussionsintensiv, da alle "Expertenmeinungen" integriert sein wollten. Vervollständigt wurde die Ausrüstung der Jugendlichen mit T-Shirt und Trainerhosen. Die Sponsoren, namhaft vertreten auf Leibchen, Hosen, Brust und Rücken des Tenüs, ermöglichten den "Au Wolves", den finanziellen Aufwand in Grenzen zu halten. Heimarena im Schulhaus OrtAuch die Infrastruktur im "Heimstadion", dem Hartplatz des Schulhauses Orts, wurde erneuert. Manuel Fäh, ein weiteres Mitglied der "Au Wolves", brachte mit der Hilfe seines Onkels die 1,20 x 1,80 Meter grossen Goals auf den neusten Stand. Ein Metalrahmen und stabiler Maschendraht als Netzersatz sollen die Schüsse der Liga-Scharfschützen aushalten. Ausserdem verhindern neu vierzig Zentimeter hohe Holzbanden auf der dem See zugewandten Seite mühsame Hartgummiball-Rettungsaktionen in der Wiese. Mit einem Geldzustupf an die Kosten der Banden und der Bewilligung, den Platz für Trainings und Matches benützen zu dürfen, leistete auch die Stadtverwaltung einen jugendfördernden Beitrag. Zuschauer willkommenUm in der Züriseeliga bestehen zu können, wurde in der Vorbereitung verschiedene Transfers getätigt. Spieler aus den umliegenden Mannschaften stiessen zu den "Au Wolves" und verstärkten das Team. Neu formatiert und ausgerüstet für mehrere tausend Franken, bereiten sich die "Au Wolves" im Sommer in intensiven Trainings auf die bevorstehende Meisterschaft vor. Der Einstieg in die Liga glückte denn auch. Nach dem erwähnten Sieg im ersten Spiel und der esten Niederlage im zweiten Spiel steht das "Au Wolves" Team in seiner Einsteigersaison zur Zeit ausgeglichen da. Um weiterhin gute Resultate erzielen zu können, erhoffen sich die Hockeyspieler auf Inline-Skates eine wachsende Zuschauerunterstützung bei den Heimspielen. Mit Plakaten an Schulhäusern und Bussstationen weisen sie darum vermehrt auf die Begegnung hin. Die Heimspiele finden jeweils samstags oder sonntags auf dem Sportplatz des Schulhauses Ort statt. Zeitungsbericht aus dem Jahr 1999:Meisterehren für die Au WolvesAu: IHC Au Wolves- Wild Boars Oberrieden 5:4 Zum ersten Mal stand der Inlinehockeyclub (IHC) Au Wolves im Final der Inline-Hockey-Liga Zürichsee. In der Serie "best of 3" gewannen die Wolves auch das zweite Spiel gegen den starken Titelverteidiger Wild Boars aus Oberrieden. In einerhart umkämpften Endphase hiess es nach Spielschluss 5:4 für die Au Wolves. Den Wolves gelang ein Superstart, und nach kurzer Zeit gingen sie 2:0 in Führung. Nach zwei Dritteln führten sie bereits 5:0. Aber auch die Wild Boars erspielten sich gute Torchancen, doch sie scheiterten immer wieder am hervorragenden Torhüter Thomas Nater. Im letzten Drittel wurde es nochmals ganz spannend, als die Wild Boars auf 5:4 aufholten. Mit grossem Kampfgeist gelang es den Au Wolves, das Resultat zu halten, und sie konnten den Titelverteidiger schlagen. Unter grossem Applaus konnten sie den Siegerpokal von Liga-Präsident Marc Welti entgegennehmen. Natürlich wurde der Sieg von den Au Wolves gebührend, feuchtfröhlich, gefeiert.
Au Wolves: Markus Eggler, Dominique Imhof, Markus Meier, Thomas Nater, Ronnie Schildknecht, Daniel Schwitter, Thomas Willi, Pascal Wirgailis |
||||